RWE Energiekaufhaus: Strom, Erdgas, Technik

Nachtspeicher-
heizung

Vor- und Nachteile, alle Infos zu einem möglichen Verbot ab 2020 und Tipps zum sparsamen Betrieb

Die Nachtspeicherheizung, auch Elektro-Speicherheizung genannt, wandelt elektrischen Strom in Wärme um. Die Wärme wird dabei überwiegend nachts gespeichert und im Laufe des Tages wieder abgegeben.

In der Öffentlichkeit gilt die Nachtspeicherheizung als teuer und wenig komfortabel. Häufiges Argument: die hohen Betriebskosten. Tatsächlich sind die meisten Geräte jedoch schlicht und einfach überdimensioniert, falsch eingestellt oder technisch veraltet. Im Vergleich zur Zentralheizung ist die moderne Nachtspeicherheizung nämlich günstig in der Anschaffung, relativ schnell und einfach zu installieren, wartungsarm und einfach zu bedienen.

Die Nachtspeicherheizung wurde in der Vergangenheit gern im Altbau installiert - als Ersatz für den Kohleofen. Trotz des günstigen Nachtstrompreises sorgten hier jedoch oft fehlende oder schlechte Wärmedämmung sowie alte Fenster für hohe Verbrauchskosten.

Die Freigabe für das Aufladen der Nachtspeicherheizung zum günstigen Nachtstromtarif wird vom Stromlieferanten aus gesteuert. Das geschieht in der Regel nachts zu einem preiswerten Nachtstromtarif. Für besonders kalte Tage bieten die Versorger oft zusätzliche günstige Ladezeiten am Mittag oder Nachmittag an. Erfragen Sie ein für Sie günstiges Lademodell (z.B. 8 Std. nachts, 2 Std. mittags) bei Ihrem zuständigen Energieversorger.

Vor- und Nachteile der Nachtspeicherheizung


Vorteile der Nachtspeicherheizung:

  • Kostengünstig in Anschaffung, Installation und Wartung. Keine Schornsteinkosten.
  • Einfache Installation - Geeignet für den nachträglichen Einbau in bestehenden Geäuden.
  • Platz sparend: Kein zusätzlicher Raum für Kessel oder Brennstoffe nötig.
  • Als Gelegenheitsheizung geeignet – besonders in Wochenendhäusern.


Nachteile der Nachtspeicherheizung:

  • Nur für sehr gut wärmegedämmte Häuser geignet: Der spezifische Heizenergieverbrauch ist bei schlecht gedämmten Häusern sehr hoch. In Verbindung mit einem hohen Energiepreis kommen schnell extrem hohe Strompreisrechnungen zustande.
  • Belastung für Allergiker: Staub und Bakterien werden mit der Wärme durch den Raum gewirbelt.
  • Verbrennungsgefahr: Auch von außen kann eine Nachtspeicherheizung noch sehr heiß sein: bis zu 60 Grad Celsius.

CO2-intensiv: Strom aus dem Kraftwerk hat als Heizquelle einen Nachteil: Ein großer Teil der Energie geht bereits bei der Produktion vor Ort und auch in den Leitungen verloren. Nur ein Teil davon kommt überhaupt im Haushalt an. Dadurch verschlechtert sich die CO2-Bilanz und die Primärenergie-Effizienz sinkt.

Nachtspeicherheizung – für wen geeignet?

Ein Haus oder eine Wohnung ausschließlich mit einer Nachtspeicherheizung zu beheizen, gilt heute zwar nicht mehr als zeitgemäß. Dennoch arbeitet eine moderne Nachtspeicherheizung in einem professionell wärmegedämmten Gebäude durchaus wirtschaftlich.

 

Sie haben eine alte Nachtspeicherheizung zu Hause? Dann ist der Austausch der meist überdimensionierten Geräte gegen platzsparende exakt ausgelegte Geräte mit Aufladeautomatik und Außentemperatursteuerung oft die einfachste und wirtschaftlichste Alternative.

 

energiewelt.de-Tipp: Für die Auslegung, Installation und Einstellung einer neuen Nachtspeicherheizung sollten Sie einen Elektroinstallateur beauftragen, der sich mit moderner Nachtspeichertechnik auskennt! Fragen Sie nach Referenzen!

 

Die Nachtspeicherheizung eignet sich übrigens auch für zeitweise beheizte Gebäude, wie Wochenendhäuser oder Einzelräume, deren Anschluss an eine Zentralheizung zu aufwändig wäre.
Wichtig für einen effizienten Betrieb der Nachtspeicherheizung ist immer eine gute Wärmedämmung des Gebäudes.

Nachtspeicherheizung: Kosten

Die Nachspeicherheizung ist oft günstig in der Anschaffung, aber teuer bei den Energiekosten. Für den wirtschaftlichen Betrieb ist ein gute Wärmedämmung Voraussetzung.

Nach Schätzung von energiewelt.de müssen Sie für den Einbau einer Nachtspeicherheizung in eine 90 qm-Wohnung mit folgenden Kosten rechnen:

  • Investitionskosten: für die Nachtspeichergeräte, Regeleinrichtungen und Elektroanschluss ca. 2.500 bis 3.000 €
  • Installationskosten: ca. 600 € bis 1.000 €
  • Verbrauchskosten: Bei einem Heizwärmebedarf von 100 bis 120 W je qm müssen Sie mit ca. 1.300 bis 1.600 € pro Jahr rechnen – normale Witterungsbedingungen vorausgesetzt.

So können Sie bei Ihrer Nachtspeicherheizung Strom und Kosten sparen

Einige Grundregeln helfen, auch eine Nachtspeicherheizung energieeffizienter zu betreiben:

  • Decken Sie die Nachtspeicherheizung nicht zu. Stellen Sie nichts vor die Lüftungsgitter.
  • Halten Sie die Zimmertüren geschlossen.
  • Regelmäßig und richtig lüften!
  • Wenn Sie die Wohnung für längere Zeit verlassen, drehen Sie das Thermostat der Nachtspeicherheizung auf 16 Grad.
  • Besonders viel Strom verbraucht die Nachtspeicherheizung, wenn der Aufladeregler immer auf der höchsten Stufe eingestellt ist. Hier gilt: im Frühjahr reicht eine niedrige Einstellung, im Winter eine mittlere. Nur an besonders kalten Tagen sollte die höchste Stufe gewählt werden.
  • Vermeiden Sie häufiges Ein- und Ausschalten des Gebläses.
  • Reinigen Sie den Luftkanal Ihrer Nachtspeicherheizung von Zeit zu Zeit.

 

Eine elektronische Aufladesteuerung spart bares Geld

Mit einer automatischen Aufladesteuerung wird nur soviel Wärme gespeichert, wie unbedingt notwendig ist. Die Dauer der Aufladung wird über einen Außentemperaturfühler gesteuert. Ältere Geräte können meistens nachgerüstet werden. Kosten: je nach Ausstattung ca. 200 bis 400 € plus Handwerkerkosten. Eine Investition, die sich lohnt. und langfristig viel Energie und Geld spart.

 

Technik prüfen lassen

Sie haben das Gefühl, Ihre Nachtspeicherheizung arbeitet trotzdem nicht effizient? Lassen Sie die Technik von einem Heizungsfachmann prüfen.

Heizstäbe: Sind sie defekt, lädt sich die Nachtspeicherheizung nicht richtig auf.

Auflade-Steuerung, Schaltschütz, Aufladeregler: Sind diese technischen Teile defekt, lädt sich die Nachtspeicherheizung zu viel oder zu wenig auf.

Raumthermostat: Ist der Raumthermostat Ihrer Nachtspeicherheizung defekt, erfolgt die Wärmeabgabe über den Lüfter unkontrolliert.

Lüfter: Ist der Lüfter defekt, erfolgt die Wärmeabgabe der Nachtspeicherheizung insbesondere zum Abend hin Nur eingeschränkt.

Kein Verbot für die Nachtspeicherheizung ab 2020!

Es ist amtlich: Es gibt kein Verbot für Nachtspeicherheizungen ab 2020. Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, dass Nachtspeicherheizungen auch zukünftig ohne Einschränkungen in Wohnhäusern und Nichtwohngebäuden genutzt werden können.

Übrigens: Falls Sie Ihre Nachtspeicherheizung abrüsten möchten, beachten Sie, dass alte Geräte mit Asbest belastet sein können. Das betrifft vor allem Nachtspeicheröfen, die vor 1980 installiert wurden. Lassen Sie die Anlage von einem Elektroheizungsfachmann abrüsten und die Altgeräte vorschriftsmäßig entsorgen.

Zur Handwerkersuche

Nachtspeicherheizung: Funktion

Eine Nachtspeicherheizung ist eine Art Ofen, in dessen Innerem Heizelemente Strom in Wärme umwandeln. Ein die Heizelemente umgebender Speicherstein – ein so genannter Magnesitkern - speichert die Wärme. Der Magnesitkern ist mit korkartigem Material ummantelt. Diese Verkleidung dient als Wärmeisolierung: Im Inneren erreicht der Ofen bis zu 600 Grad Celsius. Äußerlich wird die Nachtspeicherheizung maximal 60 Grad Celsius warm.

Nachtspeicherheizung - Funktionsweise und mögliche SchwachstellenNachtspeicherheizung - Funktionsweise und mögliche Schwachstellen Nachtspeicherheizung - Funktionsweise und mögliche Schwachstellen Außerhalb des Magnesitkerns befindet sich das Anschlussfeld. Hier ist das Gerät an die Stromzuleitungen angeschlossen. Die Nachtspeicherheizung ist mit einem Überhitzungsschutz ausgestattet. Dieser verhindert, dass der Wärmespeicher überladen wird und in Brand gerät.

energiewelt.de-Tipp: Das Beheizen der Räume sollte in erster Linie über den eingebauten Lüfter der Nachtspeicherheizung erfolgen! (Ist eine Nachtspeicherheizung falsch ausgelegt, sind die Außenflächen am späten Nachmittag oft soweit abgekühlt, dass das zugeschaltete Gebläse nicht mehr ausreicht, um eine angenehme Raumtemperatur zu erzeugen.)

Ein Regelgerät steuert den Lüfter. Der Lüfter saugt kühlere Raumluft an. Diese wird im Wärmespeicher erhitzt und über einen Luftauslass wieder in den Raum abgegeben. Die gewünschte Raumtemperatur kann an einem Thermostat eingestellt werden. Dieses befindet sich in der Regel neben der Tür und ist über eine Steuerleitung mit dem Raumtemperaturfühler im Lufteinlass und dem Regelgerät in der Nachtspeicherheizung verbunden.

Wann und wie lange der Stromlieferant die preiswerte Aufladezeit im Stromzähler freigibt, hängt vom Lademodell Ihres Stromlieferanten ab. Der so genannte Rundsteuerempfänger schaltet den Stromzähler (Zweitarifzähler für Tag- und Nachtstromverbrauch). Einschaltzeitpunkt und Aufladedauer richten sich bei modernen Aufladeregelungen nach der zu erwartenden Witterung und nach der vorhandenen Restwärme in Ihrer Nachtspeicherheizung. Reicht im Winter die Nachtaufladung häufiger nicht aus, kann mit dem Versorger ein Vertrag mit Zusatzaufladezeit am Nachmittag vereinbart werden.

 

Kompakt und am besten mit Aufladeautomatik

Die moderne Nachtspeicherheizung ist heutzutage mit hochwirksamen Dämmstoffen und moderner Aufladetechnik ausgestattet. Das macht sie kompakt und im Design attraktiver als früher. Die Produktpaletten der Hersteller sind riesig. Eine moderne Nachtspeicherheizung eignet sich sogar für besondere Einbauverhältnisse - beispielsweise passen sie in Wandnischen oder unter niedrige Fensterbrüstungen.

Die meisten Geräte sind heute mit einer Aufladeautomatik ausgestattet. Diese erkennt über einen Außentemperaturfühler automatisch, wie viel Wärme über Nacht gespeichert werden muss. Die eventuell noch vorhandene Restwärme im Gerät wird dabei automatisch berücksichtigt. Altgeräte können mit einer Aufladeautomatik nachgerüstet werden, um den energieeffizienten Betrieb und die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu erhöhen. Ziehen Sie hierfür jedoch einen Fachmann zu Rate. Denn Sinn macht das Nachrüsten nur, wenn die Nachtspeicherheizung ein gewisses Alter noch nicht überschritten hat.

Ist die Nachtspeicherheizung umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich?

Eine Nachtspeicherheizung stößt zwar keine Abgase aus und verbrennt auf den ersten Blick keinerlei Brennstoffe, dennoch gehört sie nicht zu den umweltfreundlichen Heizsystemen. Denn der Strom für die Nachtspeicherheizungen kommt überwiegend aus Kohlekraftwerken, die für eine schlechte CO2-Bilanz von Elektroheizungen verantwortlich sind.

Darüber hinaus hat eine Nachtspeicherheizung einen viel geringeren Nutzungsgrad als beispielsweise eine moderne Brennwertheizung, eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe.

Achtung Allergiker: Die Nachtspeicherheizung im Umluftbetrieb zieht Staub in größeren Mengen an. In Verbindung mit den hohen Temperaturen im Inneren der Nachtspeicherheizung entsteht mit der Zeit ein idealer Nährboden für Bakterien. Der Lüfter pustet dann das warme Staub-Bakterien-Luft-Gemisch in den Wohnraum. Die hohen Temperaturen der Nachtspeicherheizung sorgen außerdem für sehr trockene Raumluft, die ebenfalls zur Beeinträchtigungen der Bewohner führen kann.

energiewelt empfiehlt Nutzern einer Nachtspeicherheizung deshalb:

  • Lüften Sie regelmäßig! Wie Sie richtig und effektiv lüften, entnehmen Sie unseren Lüftungstipps.
  • Befeuchten Sie die Raumluft zusätzlich, indem Sie Wasserschalen oder einen Luftwäscher aufstellen.
  • Entfernen Sie sichtbaren Staub von der Nachtspeicherheizung und saugen Sie die Lüftungsöffnungen regelmäßig mit dem Staubsauger aus.

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