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Die Nachtspeicherheizung

Speichert die Wärme, wenn alles schläft

Die Nachtspeicherheizung, auch Elektro-Speicherheizung genannt, wandelt elektrischen Strom in Wärme um. Die Wärme wird dabei überwiegend nachts gespeichert und im Laufe des Tages wieder abgegeben. Was noch für sie spricht? Im Vergleich zur Zentralheizung ist die Nachtspeicherheizung günstig in der Anschaffung, relativ schnell und einfach zu installieren, wartungsarm und einfach zu bedienen.
In der Vergangenheit wurde die Nachtspeicherheizung gern im Altbau installiert - als Ersatz für den Kohleofen. Die schlechte Wärmedämmung der Gebäude sorgte dann jedoch oft für hohe Betriebskosten.  

Das  Aufladen der Nachtspeicherheizung wird vom Stromlieferanten aus gesteuert. Das geschieht meist nachts zu einem preiswerten Nachtstromtarif. Dennoch sind die Betriebskosten in der Regel höher als die anderer Heizungssysteme. Denn wer es gern wohlig warm hat, muss vor allem im Winter hin und wieder mit teurem Tagstrom nachladen.

Vor- und Nachteile der Nachtspeicherheizung


Vorteile der Nachtspeicherheizung:

  • Kostengünstig in Anschaffung, Installation und Wartung. Keine Schornsteinkosten.
  • Einfache Installation - Geeignet für den nachträglichen Einbau in bestehenden Geäuden.
  • Platz sparend: Kein zusätzlicher Raum für Kessel oder Brennstoffe nötig.
  • Als Gelegenheitsheizung geeignet – besonders in Wochenendhäusern.


Nachteile der Nachtspeicherheizung:

  • Nur für sehr gut wärmegedämmte Häuser geignet: Der spezifische Heizenergieverbrauch ist bei schlecht gedämmten Häusern sehr hoch. In Verbindung mit einem hohen Energiepreis kommen schnell extrem hohe Strompreisrechnungen zustande.
  • Belastung für Allergiker: Staub und Bakterien werden mit der Wärme durch den Raum gewirbelt.
  • Verbrennungsgefahr: Auch von außen kann eine Nachtspeicherheizung noch sehr heiß sein: bis zu 60 Grad Celsius.

CO2-intensiv: Strom aus dem Kraftwerk hat als Heizquelle einen Nachteil: Ein großer Teil der Energie geht bereits bei der Produktion vor Ort und auch in den Leitungen verloren. Nur ein Teil davon kommt überhaupt im Haushalt an. Dadurch verschlechtert sich die CO2-Bilanz und die Primärenergie-Effizienz sinkt.

 

Nachtspeicherheizung – für wen geeignet?

Ein Haus oder eine Wohnung ausschließlich mit einer Nachtspeicherheizung zu beheizen, ist heute nicht mehr zu empfehlen. Die Nachtspeicherheizung eignet sich lediglich für das Beheizen von einzelnen Räumen, deren Anschluss an eine Zentralheizung zu aufwändig ist. Auch für Gebäude, die zeitweisebeheizt werden und nur unregelmäßig Wärme benötigen, kann eine Nachtspeicherheizung noch sinnvoll sein (z. B. Wochenendhäuser).
Pflicht für einen effizienten Betrieb der Nachtspeicherheizung ist eine gute Wärmedämmung des Gebäudes.

In den letzten Jahren ist der Bestand an Nachtspeicherheizungen stark zurückgegangen. Der Grund: strombetriebene Heizsysteme sind politisch nicht mehr gewünscht und werden in der Öffentlichkeit kritisch beurteilt. Außerdem ist der Verbraucher beim Nachtstromtarif an den örtlichen Versorger gebunden.

 

Verbot für die Nachtspeicherheizung ab 31.12.2019?

Jein. Ein Verbot ab Ende 2019 gilt für Nachtspeicherheizungen in Häusern mit mehr als sechs Wohneinheiten und für Nichtwohngebäude mit mehr als 500 Quadratmetern beheizter Nutzfläche. Aber es gibt Ausnahmen.

Mehr zu den Regelungen der Energie-Einsparverordnung 2009

Falls Sie Ihre Nachtspeicherheizung abrüsten möchten, beachten Sie, dass alte Geräte mit Asbest belastet sein können. Das betrifft vor allem Nachtspeicheröfen, die vor 1980 installiert wurden. Lassen Sie die Anlage von einem Elektroheizungsfachmann prüfen. Er kann Ihnen eine Empfehlung zur Entsorgung der Altgeräte geben.

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Nachtspeicherheizung: Kosten

Die Nachspeicherheizung ist oft günstig in der Anschaffung, aber teuer bei den Energiekosten. Für den wirtschaftlichen Betrieb ist ein gute Wärmedämmung Voraussetzung.

Nach Schätzung von energiewelt.de müssen Sie für den Einbau einer Nachtspeicherheizung in eine 90 qm-Wohnung mit folgenden Kosten rechnen:

  • Investitionskosten: für die Nachtspeichergeräte, Regeleinrichtungen und Elektroanschluss ca. 2.500 bis 3.000 €
  • Installationskosten: ca. 600 € bis 1.000 €
  • Verbrauchskosten: Bei einem Heizwärmebedarf von 100 bis 120 W je qm müssen Sie mit ca. 1.300 bis 1.600 € pro Jahr rechnen – normale Witterungsbedingungen vorausgesetzt.
 

Nachtspeicherheizung: Strom und Kosten sparen

Einige Grundregeln helfen, auch eine Nachtspeicherheizung energieeffizienter zu betreiben:

  • Decken Sie die Nachtspeicherheizung nicht zu. Stellen Sie nichts vor die Lüftungsgitter.
  • Halten Sie die Zimmertüren geschlossen.
  • Lüften Sie richtig! Lüftungstipps
  • Wenn Sie die Wohnung für längere Zeit verlassen, drehen Sie das Thermostat der Nachtspeicherheizung auf 16 Grad.
  • Besonders viel Strom verbraucht die Nachtspeicherheizung, wenn die maximale Ladung immer wieder reguliert wird. Hier gilt: im Frühjahr reicht eine niedrige Einstellung, im Winter eine mittlere.Vermeiden Sie häufiges Ein- und Ausschalten der Nachtspeicherheizung.
 

Nachtspeicherheizung: Funktion

Eine Nachtspeicherheizung ist eine Art Ofen, in dessen Innerem Heizelemente Strom in Wärme umwandeln. Ein die Heizelemente umgebender Speicherstein – ein so genannter Magnesitkern - speichert die Wärme. Der Magnesitkern ist mit korkartigem Material ummantelt. Diese Verkleidung dient als Wärmeisolierung: Im Inneren erreicht der Ofen bis zu 600 Grad Celsius. Äußerlich wird die Nachtspeicherheizung maximal 60 Grad Celsius warm.

Nachtspeicherheizung - Funktionsweise und mögliche Schwachstellen Nachtspeicherheizung - Funktionsweise und mögliche Schwachstellen Außerhalb des Magnesitkerns befindet sich das Anschlussfeld. Hier ist das Gerät an die Stromzuleitungen angeschlossen. Die Nachtspeicherheizung ist mit einem Überhitzungsschutz ausgestattet. Dieser verhindert, dass der Wärmespeicher überladen wird und in Brand gerät.

Ein Regelgerät steuert den Lüfter. Der Lüfter saugt kühlere Raumluft an. Diese wird im Wärmespeicher erhitzt und über einen Luftauslass wieder in den Raum abgegeben. Die gewünschte Raumtemperatur kann an einem Thermostat eingestellt werden. Dieses befindet sich in der Regel neben der Tür und ist über eine Steuerleitung mit dem Regelgerät in der Nachtspeicherheizung verbunden.

Wann und wie lange der Stromlieferant das Gerät auflädt, regelt ein so genannter Rundsteuerempfänger. Einschaltzeitpunkt und Aufladedauer richten sich dabei nach der zu erwartenden Witterung.

Reicht der geladene Nachtstrom nicht aus, lässt sich eine Zusatzheizung einbauen. Sie wird mit Tagstrom betrieben und kann nach Bedarf zugeschaltet werden. Reicht im Winter die Nachtaufladung häufiger nicht aus, kann mit dem Versorger ein Vertrag mit Zusatzaufladezeit am Nachmittag vereinbart werden.

 

Kompakt und am besten mit Aufladeautomatik

Nachtspeicherheizungen sind heutzutage mit hochwirksamen Dämmstoffen und moderner Aufladetechnik ausgestattet. Das macht sie kompakt und im Design attraktiver als früher. Die Produktpaletten der Hersteller sind riesig. Moderne Nachtspeicherheizungen eignen sich sogar für besondere Einbauverhältnisse - beispielsweise passen sie in Wandnischen oder unter niedrige Fensterbrüstungen.

Die meisten Geräte sind heute mit einer Aufladeautomatik ausgestattet. Diese erkennt über einen Außentemperaturfühler automatisch, wie viel Wärme über Nacht gespeichert werden muss. Die eventuell noch vorhandene Restwärme im Gerät wird dabei automatisch berücksichtigt. Altgeräte können mit einer Aufladeautomatik nachgerüstet werden, um den energieeffizienten Betrieb und die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu erhöhen. Ziehen Sie hierfür jedoch einen Fachmann zu Rate. Denn Sinn macht das Nachrüsten nur, wenn die Nachtspeicherheizung ein gewisses Alter noch nicht überschritten hat.

 

Ist die Nachtspeicherheizung umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich?

Eine Nachtspeicherheizung stößt zwar keine Abgase aus und verbrennt auf den ersten Blick keinerlei Brennstoffe, dennoch gehört sie nicht zu den umweltfreundlichen Heizsystemen. Denn der Strom für die Nachtspeicherheizungen kommt überwiegend aus Kohle- oder Kernkraftwerken, die für eine schlechte CO2-Bilanz von Elektroheizungen verantwortlich sind.

Darüber hinaus hat eine Nachtspeicherheizung einen viel geringeren Nutzungsgrad als beispielsweise eine moderne Brennwertheizung, eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe.

Achtung Allergiker: Die Nachtspeicherheizung im Umluftbetrieb zieht Staub in größeren Mengen an. In Verbindung mit den hohen Temperaturen im Inneren der Nachtspeicherheizung entsteht mit der Zeit ein idealer Nährboden für Bakterien. Der Lüfter pustet dann das warme Staub-Bakterien-Luft-Gemisch in den Wohnraum. Die hohen Temperaturen der Nachtspeicherheizung sorgen außerdem für sehr trockene Raumluft, die ebenfalls zur Beeinträchtigungen der Bewohner führen kann.

energiewelt empfiehlt Nutzern einer Nachtspeicherheizung deshalb:

  • Lüften Sie regelmäßig! Wie Sie richtig und effektiv lüften, entnehmen Sie unseren Lüftungstipps .
  • Befeuchten Sie die Raumluft zusätzlich, indem Sie Wasserschalen oder einen Luftwäscher aufstellen.
  • Entfernen Sie sichtbaren Staub von der Nachtspeicherheizung und saugen Sie die Lüftungsöffnungen regelmäßig mit dem Staubsauger aus.
 

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